🐕🐈 Hinweis: Diese Folge richtet sich vor allem an Hunde- und Katzenbesitzer.
Mit Trockenfutter zu füttern ist einfach und günstig – der Ruf ist jedoch nicht allzu gut. Heute schauen wir uns dieses oft kontrovers diskutierte Thema mit allen Vor- und Nachteilen einmal genauer an.
Trockenfutter: Pro und Contra
✓ Dafür spricht
- ✓Unaufwändig und zeitsparend
- ✓Im Verhältnis zur benötigten Menge oft preisgünstig
- ✓Einfache Lagerung, lange Haltbarkeit
- ✓Wenig Verpackungsmüll
- ✓Praktisch für Belohnungen, Futterspiele und unterwegs
✕ Dagegen spricht
- ✕Konzentrat – die richtige Dosierung ist schwer zu treffen
- ✕Tiere sind oft zu dick oder dauerhungrig
- ✕Fehlende Flüssigkeit muss anders aufgenommen werden
- ✕Natürliche Vitamine gehen bei der Trocknung verloren
- ✕Oft Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe
- ✕Zutatenlisten häufig lang und undurchsichtig
Warum die Dosierung so tückisch ist
Trockenfutter ist ein Konzentrat – ein Futter, dem die Flüssigkeit entzogen wurde. Das bedeutet: Man sollte davon deutlich weniger füttern als etwa von einem Nassfutter.
„Gut für den Geldbeutel“, denkst du jetzt vielleicht. Aber die richtige Dosierung ist hier oft schwer zu finden. Viele rein mit Trockenfutter gefütterte Tiere sind zu dick oder dauerhungrig, weil die kleinen Mengen nur kurzzeitig für einen vollen Magen sorgen. Und die fehlende Flüssigkeit müssen die Tiere anderweitig aufnehmen – wo doch die meisten Fellnasen ohnehin schon sehr trinkfaul sind.
Das Problem mit den Inhaltsstoffen
Mit der Trocknung gehen oft die natürlichen Vitamine und Mineralien verloren. Deshalb ist der Zusatz von synthetischen Vitaminen und Mineralien hier oft besonders hoch – oder es fehlen trotz der Bezeichnung „Alleinfutter“ wichtige Nährstoffe, sodass es zu Unterversorgungen kommen kann.
Oft werden zudem Schlachtabfälle oder Mehle verwertet statt frischer Zutaten. Begriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Mehle“ solltest du auf jeden Fall genauer hinterfragen. Ein Fleischmehl ist oft nicht natürlich – warum wurde kein getrocknetes Fleisch verwendet?
Die Aufmerksamkeit wird gern auf diverse Kräuter, Obst und Gemüse gelenkt, die aber nur in minimalen Anteilen enthalten sind – sich dafür aber gut und gesund anhören.
⚠️ Der Trick mit den Verpackungsnamen
Die prominenten Bezeichnungen auf der Verpackung sind sehr oft irreführend und spiegeln nicht wider, was wirklich enthalten ist.
Beispiel: Ein Futter, auf dem „Lamm mit Kartoffel“ steht, kann trotzdem noch Geflügelanteile enthalten – und nur zu einem kleinen Teil aus Lamm und Kartoffeln bestehen. Das Gesetz hat hier Lücken: Solche Bezeichnungen dürfen gewählt werden, auch wenn diese Bestandteile nicht die einzigen sind.
Gerade bei Tieren mit Allergien solltest du die Zutatenlisten deshalb sehr genau hinterfragen.
Meine ehrliche Einschätzung
Du siehst: Es gibt Pro und Contra. Ich persönlich verteufle Trockenfutter nicht. Es gibt nämlich durchaus Varianten mit guten Inhaltsstoffen und sehr transparenter Deklaration. Leider bislang noch sehr wenige – aber es gibt sie, und ich glaube, dass es davon künftig mehr geben wird.
Diese sind dann durchaus praktisch: als schnelle Mahlzeit, als Belohnung, für Futterspiele oder in Situationen mit besonders hohem Bedarf – etwa während Zucht und Laktation oder bei sportlichem Einsatz.
Zu einer reinen Trockenfutter-Fütterung würde ich aber nie raten – höchstens zu einer Mischvariante mit Nassfutter. Denn Nassfutter entspricht eher den artgerechten Bedürfnissen unserer Fellnasen: Man bekommt das Tier über die größere Menge deutlich länger satt und beeinflusst zugleich den Flüssigkeitshaushalt positiv.
Gegen den Einsatz von Trockenfutter als Belohnung oder als eine angepasste Mahlzeit am Tag spricht dagegen absolut nichts. So lässt es sich prima in den Alltag integrieren und vereinfacht das Futtermanagement – zum Beispiel auch im Urlaub. Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um ein hochwertiges Trockenfutter mit ausgewogener und transparenter Zusammensetzung.
Zusammengefasst
- →Trockenfutter ist ein Konzentrat – man braucht deutlich weniger davon. Preislich und im Handling praktisch, birgt aber die Gefahr von Übergewicht oder Dauerhunger.
- →Die Zusammensetzung ist oft fragwürdig und sollte immer individuell betrachtet werden. Beschreibungen und Inhaltsstoffe können irreführend sein.
- →Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, ein gutes Trockenfutter in die Ration zu integrieren oder es gezielt bei hohem Energiebedarf einzusetzen.
Welche Erfahrungen hast du mit Trockenfutter gemacht, und welches Futter fütterst du? Schreib es gerne in die Kommentare – oder falls dir das zu öffentlich ist, schick mir eine Direktnachricht auf Instagram!
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