🐴 Hinweis: In dieser Folge geht es um die großen Fellnasen – Pferde und Ponys.
Das Futtermanagement im Stall ist ein sehr großer Faktor für die Zufriedenheit mit einem Stall – und sehr häufig auch der Grund, warum ein Stallwechsel überhaupt in Erwägung gezogen wird.
Das kann ich voll und ganz nachvollziehen, denn es ist ein absolut essenzieller Faktor für die Gesundheit unserer Pferde. Da möchte man als Pferdebesitzer keine Kompromisse eingehen.
Doch woran erkennt man eigentlich, ob das Futtermanagement an einem Stall wirklich gut ist? Da gibt es mehrere Faktoren:
Die 10 Punkte im Überblick
- Ausreichend RaufutterDie Menge sollte auf den Bedarf des Pferdes abgestimmt sein und im Winter mindestens 1,5 bis 2 kg je 100 kg Körpergewicht betragen.
- Keine zu langen Fresspausen – aber auch nicht zu viel HeuNicht jedes Pferd ist für Ad-libitum-Fütterung geeignet. Es sollte die Möglichkeit bestehen, das Heu abzuwiegen oder mit passendem Futterstroh zu ergänzen. Fresspausen lassen sich zum Beispiel mit Knabberästen überbrücken.
- Ausreichend FutterstellenWenn die Pferde gemeinsam gefüttert werden, muss es genug Fressplätze geben. Alternativ sollte es immer die Möglichkeit geben, Pferde zum Fressen zu separieren, wenn sie in der Herde nicht gut zurechtkommen.
- Gute Heuqualität und richtige LagerungStaubarm, schimmelfrei, sauber, trocken und geschützt gelagert. Heu am besten auf Paletten, damit es auch von unten belüftet wird. Heulageballen sollten stets unbeschädigt gewickelt und trocken gelagert sein – und Heulage nur nach Absprache und bei entsprechender Verträglichkeit gefüttert werden.
- Individuelles Kraft- und MineralfutterKraftfutter, Mineralfutter und Zusätze sollten auf Alter, Bedarf und Body-Condition-Score des jeweiligen Pferdes abgestimmt sein. Oder es sollte zumindest die Möglichkeit geben, diese selbst vorzubereiten und zu verabreichen.
- Jederzeit frisches Wasser – aus lebensmittelechten BehälternEin absolut essenzieller Punkt. Und zu den lebensmittelechten Behältern zählen die schwarzen Bottiche aus dem Baumarkt ausdrücklich nicht!
- Besondere Bedürfnisse werden berücksichtigtSenioren, EMS- oder Rehepferde, MIM, PSSM oder Atemwegsprobleme – all das sollte im Futtermanagement des Stalls Berücksichtigung finden.
- Gute Kommunikation und TransparenzÄnderungen bei Heuchargen, Lieferanten oder Rationen sollten von den Stallbetreibern immer offen kommuniziert werden.
- Anweiden mit Plan und VerstandDas Anweiden im Frühjahr sollte im Vorfeld mit allen Beteiligten abgesprochen werden – und die Weidezeit sollte individuell und flexibel je nach Pferd angepasst werden können.
- Regelmäßige HeuanalysenIm Bestfall wird regelmäßig geprüft, wie die Nährstoff- und Energieversorgung über das Heu tatsächlich aussieht.
Wenn all diese Punkte erfüllt sind, dann ist das Futtermanagement an deinem Stall auf jeden Fall schon sehr gut!
Worauf es am Ende ankommt
Ganz wichtig ist, dass individuelle Bedürfnisse erkannt und berücksichtigt werden – und dass alles transparent kommuniziert wird.
Denn wenn etwas in der Pferdefütterung nicht funktioniert, dann ist es, alle Pferde über einen Kamm zu scheren. Alter, Rasse, Bewegungsgrad, Gewichtszustand und Gesundheitszustand sind immer ausschlaggebend für das Futter – und die sind nun einmal individuell.
An welchen Stellen lässt das Futtermanagement an deinem Stall zu wünschen übrig – oder erfüllt dein Stall alle Kriterien? Schreib es mir gerne in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht auf Instagram!
Shownotes
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