Diese Folge enthält Werbung. Martin Markowsky ist mein Kooperationspartner, und der unten genannte Gutscheincode ist ein Affiliate-Link – wenn du darüber eine Versicherung abschließt, erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten, im Gegenteil: Du bekommst über den Code eine Gutschrift. Meine Empfehlung ist trotzdem ehrlich gemeint – ich stelle Martin vor, weil ich seine unabhängige Arbeitsweise schätze.
Was passiert eigentlich, wenn etwas passiert?
Bei der Gesundheit unserer Tiere spielen nicht nur Fütterung und Haltung eine Rolle – sondern auch die Frage: Was passiert eigentlich, wenn etwas passiert? Genau darüber spreche ich heute mit Martin Markowsky.
Zu Gast in dieser Folge
Martin Markowsky, Dogvers
Martin ist Versicherungsmakler und hat sich auf Tierversicherungen spezialisiert – bei Dogvers gibt es ausschließlich Versicherungen für Hund, Katze, Pferd und Hundeberufe, keine Menschenversicherungen. Wichtig: Er ist nicht an eine einzelne Versicherung gebunden, sondern kann unabhängig beraten und verschiedene Anbieter vergleichen. Er kam über seine Leidenschaft für Hunde zum Thema – sein Tierschutzhund Paul, mittlerweile 10,5 Jahre alt, lag beim Interview neben ihm.
Der Wendepunkt Ende 2022
Einschneidend war das Jahr 2022. Da hat sich die Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) verändert – und zwar drastisch. Vorher hatte es rund 20 Jahre keine Anpassung gegeben. Viele sind hintenübergefallen, als sie plötzlich beim Tierarzt standen und feststellten: Die Rechnungen haben sich in Teilen verdoppelt.
Ein Beispiel: Ein Kreuzbandriss hat vor 10, 12 Jahren mit OP vielleicht 1.000 Euro gekostet. Heute bekomme ich den unter 2.500 Euro nicht mehr hin.
Welche Arten von Tierversicherungen gibt es?
In Deutschland gibt es im Grunde „dreieinhalb“ Arten:
1. Hundehalter-Haftpflicht
Für Martin die absolut wichtigste Versicherung, die jeder haben sollte. Auch dort, wo sie nicht überall gesetzlich vorgeschrieben ist (z. B. die „20-40-Regelung“ in NRW): Rennt der Hund über die Straße und ein Auto baut einen Unfall, bist du als Halter trotzdem haftbar.
2. Kranken-Vollversicherung
Deckt den ambulanten Teil und Operationen ab. In Deutschland gibt es keine Krankenversicherung ohne OP – die ist immer mit dabei.
3. Reine OP-Versicherung
Eine Teildeckung: Voruntersuchung, die OP selbst und die Nachsorge. Deutlich preiswerter als die Vollversicherung, deckt aber eben nur diesen Teil ab.
3½. Unfall-OP-Versicherung
Ein Sonderfall (nur ein Anbieter): Hier muss der Auslöser immer ein Unfall sein. Bei der klassischen OP-Versicherung wird dagegen auch bei Krankheit oder Tumor gezahlt.
Für wen macht welche Variante Sinn?
Martin unterscheidet drei Gruppen:
Gruppe 1: Die Neulinge
→ Empfehlung: Kranken-Vollversicherung
Wer noch nie einen Hund hatte. Vergleichbar mit dem ersten Kind: Man weiß bei vielem nicht, ob es schlimm ist – die erste Zecke, ein Röcheln nachts – und fährt im Zweifel lieber zum Tierarzt. Genau da hilft die Deckung des ambulanten Bereichs.
Gruppe 2: Die Erfahrenen
→ Empfehlung: mindestens OP-Versicherung (Worst-Case-Absicherung)
Wer schon Hunde hatte, die Zecke selbst zieht und Krallenschneiden kein Thema ist. Sinnvoll ist dann zumindest die OP-Versicherung – für den Fall, dass es „wirklich knallt“. Beispiele: Kreuzbandriss ab 2.500 €, HD/ED pro Seite ab 2.500 € (bis Richtung 4.000 €).
Gruppe 3: Tierschutz-Tiere
→ Empfehlung: Kranken-Vollversicherung
Egal ob mit oder ohne Vorerfahrung: Ein Tierschutzhund ist oft ein Überraschungspaket. Man weiß nicht, wie er gelebt hat, wie lange er bei der Mutter war, welche Erfahrungen er gemacht hat. Weil gesundheitlich vieles unklar ist, empfiehlt Martin hier die Vollversicherung.
Der häufigste Fehler: zuerst auf den Preis schauen
Was ich wahrnehme: Man guckt meistens erst, was es kostet. Ich gehe in der Beratung den umgekehrten Weg – lass uns schauen, dass wir dein Tier abhängig von Alter und Gesundheitszustand so gut wie möglich absichern.
Viele sagen dann: Muss man aber auch bezahlen können. Völlig richtig. Das lässt sich aber gut regeln – zum Beispiel über einen Top-Tarif mit Selbstbeteiligung: bester Schutz, wenn es wirklich knallt, aber ich bin bereit, den kleineren Kram selbst zu zahlen.
Rund 90 Prozent aller Rechnungen, die bei Versicherern aufschlagen, sind unter 500 Euro.
Das größte Problem der Versicherer sind nicht die teuren OPs – die kommen selten vor. Es sind diese „Frequenzschäden“: die 50-Euro-Rechnung, die 70-Euro-Rechnung, der ganze Kleinkram. Das löst riesigen Verwaltungsaufwand aus und ist in der Summe teuer.
Rechenbeispiel: Ein guter Vollschutz für einen zwei- bis vierjährigen Hund liegt heute realistisch bei rund 100 Euro im Monat. Wählst du einen Selbstbehalt von 250 oder 500 Euro im Jahr, reduziert sich die Prämie oft um 40 bis 50 Prozent. Dann hast du für rund 50–55 Euro einen super Schutz – und zahlst den Kleinkram selbst.
Tarife mit Selbstbeteiligung werden in Zukunft voraussichtlich deutlich beitragsstabiler sein als der klassische „Vollkasko“-Tarif ohne Selbstbeteiligung.
Warum Martin von „Vorsorgeaufwendungen“ abrät
Das klingt vielleicht paradox, aber: Vorsorgeaufwendungen (also Impfung, Zeckenmittel etc.) in einer Tierkrankenversicherung halte ich für wenig sinnvoll. Der Versicherer weiß, dass diese 100 Euro fast immer abgerufen werden. Also kalkuliert er Verwaltungskosten und Versicherungssteuer obendrauf.
Für 100 Euro, die du aus dem Tarif zurückbekommst, zahlst du kalkulatorisch rund 130 Euro – eingepreist in den Beitrag. Das ist keine gute Rechnung. Deshalb würde ich, wo möglich, dieses Modul abwählen.
Versicherung muss sich nicht „rechnen“
Warum ist die Tierversicherung eigentlich die Versicherung, die sich rechnen muss? Jeder hat eine Haftpflicht, Hausrat, Kfz – und hatte da vielleicht nie einen Schaden. Niemand käme auf die Idee, deshalb zu kündigen.
Bei der Tierversicherung heißt es dann: „Ich habe 720 Euro gezahlt, aber nur 400 Euro Schäden eingereicht.“ Und ich sage: Das ist doch super! Dein Hund war gesund. Sei doch dankbar dafür.
Das kenne ich aus meinem Versicherungsalltag im Hauptjob. Das Argument „Ich habe jahrelang gezahlt und keinen Schaden gehabt“ verkennt das Kollektivprinzip: Es ist nicht darauf ausgelegt, dass du dein Geld zurückbekommst – sondern dass dir im Schadensfall geholfen wird.
Fragt mich jemand, ob man wirklich eine Hundekrankenversicherung braucht, sage ich: Wenn du genug Geld hast, brauchst du sie nicht. Aber wenn du nicht mal eben 2.000, 3.000 oder 5.000 Euro auf der hohen Kante hast, solltest du dir Gedanken machen.
Worauf du beim Abschluss achten solltest
Martins Checkliste
- Haftpflicht: Versicherungssumme hoch genug – mindestens 10, besser 20 Millionen Euro. Der Aufpreis ist minimal.
- Haftpflicht: Alltagsszenarien abgedeckt? (Hund im Hotel/der Ferienwohnung, Schäden beim Gassigehen durch andere Personen usw.)
- Kranken/OP: keine niedrigen Limitierungen. Bei OP mindestens 10.000 €, wenn möglich unbegrenzt.
- Rassespezifische Krankheiten (HD, ED, Patellaluxation) sollten versichert sein.
- Wartezeiten möglichst kurz – 3 bis 6 Monate. 18 Monate sind viel zu lang.
- Bei OP-Versicherung: Voruntersuchung inkl. Bildgebung, OP (auch endoskopisch) und ausreichend lange Nachsorge (14 Tage reichen oft nicht – besser 60 bis 120 Tage).
Und bei Katze und Pferd?
Katzen sind seit Ende 2022 bei der GOT mit Hunden gleichgestellt – also in der Behandlung genauso teuer. Vorher waren Versicherungen günstiger, weil Katzen statistisch seltener zum Tierarzt müssen. Ein großes Thema bei Katzen sind die Zähne: 60 bis 70 Prozent haben irgendwann Zahnprobleme. Eine Zahnreinigung kostet nicht wegen der Reinigung viel (ca. 120 €), sondern wegen der nötigen Narkose – schnell 400 bis 600 Euro.
Pferde sind ein eigenes Thema – und bei den Prämien aus Martins Sicht „am Anschlag“ dessen, was leistbar ist. Eine Krankenversicherung liegt schnell bei 300–400 Euro im Monat, eine OP-Versicherung um die 100 Euro. Einige Versicherer bauen inzwischen Deckelungen ein (z. B. max. 50.000 Euro), weil Klinikkosten teils extrem gestiegen sind.
Wird Futterberatung von Versicherungen übernommen?
In der Regel nicht – mir ist aktuell kein Anbieter bekannt. Es ist ein sehr individuelles Thema, und der Versicherer könnte gar nicht kontrollieren, ob sich jemand an eine Empfehlung hält. Ich sehe das aber auch nicht als Aufgabe des Versicherers, sondern als Verantwortung jedes Einzelnen. Und was auffällig ist: wie viele Hunde heute Allergien haben – und dass das im Zweifel auch mit dem Futter zusammenhängt.
Das ist einer der Hauptgründe, warum Menschen zu mir kommen. Und die Haltung teile ich absolut: Wenn jemand sagt, das gute Futter kostet 30 Euro mehr – dann frage ich, ob das Tier gut versorgt sein soll oder dauerhaft „Fastfood“ bekommt, das es am Ende krank macht.
Der erste Schritt – und ein klares Warnsignal
Wir haben über 40 Anbieter in Deutschland, und es gibt keine Norm, was drin sein muss. Jeder strickt seine Tarife, wie er möchte. Es ist extrem schwierig geworden, eine vernünftige Auswahl zu treffen. Mein Rat: Such dir jemanden, der sich wirklich auskennt, der das nicht nur nebenbei macht und der den ganzen Markt anschauen kann – nicht nur eine Gesellschaft.
Ein Beispiel: Ein Versicherer kann sehr gute Tarife haben – aber wenn du eine französische Bulldogge, einen Boxer oder Mops hast und das brachyzephale Syndrom dort nicht versichert ist, macht dieser Tarif für diesen Hund keinen Sinn. Dann brauchst du eine Alternative.
⚠️ Martins Warnsignal
„Sobald du plötzlich jeden Tag Anrufe bekommst und Leute Druck aufbauen – ‚schließ doch jetzt ab, schließ doch jetzt ab‘ –, würde ich jedes Gespräch beenden. Das wäre für mich das erste große Warnsignal.“
🎁 Gutschrift für dich
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Shownotes
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