Heute geht es um ein Thema, das ich für ganz besonders wichtig halte. Wasser ist für unsere Fellnasen ein existenzieller Bestandteil – bei zu geringer Aufnahme wirkt sich das auf den gesamten Organismus aus. Dehydration oder gesundheitliche Probleme können die Folge sein.
Gerade wenn die warme Jahreszeit bevorsteht, sollten wir vermehrt darauf achten, dass unsere Tiere ausreichend trinken.
Warum trinken manche Tiere zu wenig?
Das kann sehr unterschiedliche Gründe haben:
- Geschmack des Wassers – wer kennt es nicht: Das Wasser aus der süffigen Pfütze schmeckt deutlich besser als das aus dem Napf oder der Tränke.
- Qualität des Wassers – hohe Eisengehalte oder chlorhaltiges Wasser können den Geschmack verändern.
- Der Behälter – manche Tiere bevorzugen bestimmte Gefäße. Pferde trinken oft lieber aus Eimern als aus Selbsttränken, Katzen manchmal lieber aus Porzellan als aus Plastik.
- Äußere Umstände – Stress, Ablenkung, Veränderungen im Rudel oder in der Herde, Änderungen im Tagesablauf oder auch Krankheiten.
Du darfst also zunächst einmal achtsam sein und gut beobachten, ob sich das Trinkverhalten deiner Fellnase ändert, wenn du etwas veränderst. Wenn das Leitungswasser nicht schmeckt, probier doch mal stilles Mineralwasser oder biete Regen- oder Teichwasser an, wenn du die Möglichkeit dazu hast.
Außer Frage steht: Deiner Fellnase muss zu jeder Tages- und Nachtzeit Wasser zur Verfügung stehen. Aussagen wie „Es ist heute nicht so warm, da brauchen die Pferde draußen kein Wasser“ gehen gar nicht! Lass dich damit niemals abspeisen.
Auch wenn du länger mit dem Hund unterwegs bist: Stell sicher, dass du Wasser dabeihast oder irgendwo hinkommst, wo dein Hund trinken kann.
Der Behälter: lebensmittelecht und sauber
Das Wasser sollte stets frisch sein, und der Behälter regelmäßig gesäubert werden – das gilt übrigens auch für Selbsttränken. Es sollten sich keine Ablagerungen oder Dreck absetzen.
Wichtig: Der Behälter muss lebensmittelecht sein. Die schwarzen Mörtelkübel aus dem Baumarkt, die oft auf Paddocks oder Weiden zu finden sind, sind das nicht – und daher überhaupt nicht zu empfehlen. Das Plastik gibt nach und nach Schadstoffe an das Wasser ab, die dein Pferd damit aufnimmt. Das hat nicht nach dem ersten Trinken eine Auswirkung, ist aber dauerhaft Studien zufolge gesundheitsschädlich.
Wenn dein Pferd aus so einem Kübel getränkt wird, empfehle ich dir dringend, eine lebensmittelechte Variante anzuschaffen. Der Stallbesitzer hat bestimmt nichts dagegen, wenn du diese auf eigene Kosten zur Verfügung stellst.
Prüfe auch die Wasserqualität. Aussehen und Geruch kannst du gut selbst beurteilen, es gibt aber auch die Möglichkeit, das Wasser untersuchen zu lassen. Hier könnte aufgefangenes Regenwasser oder der Einbau eines Wasserfilters eine Lösung sein.
Tricks für mehr Trinkfreude
Behälter variieren: Bei den Fellnasen im Haus kannst du einfach verschiedene Materialien ausprobieren (Porzellan, Edelstahl, Plastik). Gibt es unterschiedliche Vorlieben, stell einfach zwei verschiedene Behälter auf.
Beim Pferd: Wenn nur Selbsttränken zur Verfügung stehen, biete regelmäßig auch mal Wasser aus einem Eimer oder lebensmittelechten Behälter an. Achte dabei darauf, dass das Wasser nach einer Anstrengung nicht zu kalt ist und dein Pferd nicht zu viel auf einmal säuft – lieber kurze Pausen einlegen und nach ein paar Minuten erneut anbieten.
Im Winter kann es anregend sein, das Wasser leicht angewärmt anzubieten – das ist zudem gut für den Magen. Einfach kaltes mit etwas heißem Wasser mischen, bis es eine trinkbare Wärme hat.
Und um zusätzlich Wasser ins Tier zu bekommen:
- Futter wässern – Trockenfutter einweichen, Wasser über BARF oder Dosenfutter geben oder wasserhaltige Mahlzeiten wie Mash oder eingeweichte Cobs anbieten.
- Wasser schmackhafter machen – bei Hunden und Katzen mit Knochenbrühe, Fleischsaft, Leberwurst oder Obst verfeinern. Bei Pferden einen kleinen Schuss Apfelsaft oder Malzbier untermischen, oder etwas Kamillen- oder Fencheltee. Beobachte, wo die Vorlieben deiner Fellnase liegen.
- Eiswürfel im Sommer – selbstgemachtes Eis (z. B. mit Leberwurst- oder Fruchtwasser) zum Schlecken ist eine erfrischende zusätzliche Flüssigkeitsquelle.
Was halte ich von Trinkbrunnen?
Da bin ich tatsächlich etwas gespaltener Meinung. Einerseits ist die Umwälzung des Wassers sicher nicht verkehrt und führt an mancher Stelle dazu, dass die Tiere lieber oder mehr trinken. Andererseits bin ich vorsichtig mit der Empfehlung, denn Trinkbrunnen hängen am Strom – und Strom und Wasser vertragen sich bekanntlich nicht so gut. Seit ich mal von einem elektrischen Gerät in Verbindung mit Wasser einen gewischt bekommen habe, bin ich da zurückhaltend.
Natürlich ist der Gebrauch von Pumpen mit Wasser nichts Ungewöhnliches, ich will das also nicht komplett schlechtreden. Aber ich glaube, es gibt andere Möglichkeiten, bei denen man sich keine Sorgen machen muss. Ansonsten würde ich zumindest empfehlen zu prüfen, wo das Produkt herkommt und ob es die deutschen Qualitätsstandards erfüllt. Bei Tieren, die ohnehin herzkrank sind, würde ich definitiv davon abraten.
Katzen spielen übrigens manchmal gerne mit dem laufenden Wasser aus dem Wasserhahn – das halte ich für deutlich unbedenklicher, und so könnt ihr euch auch ein lustiges Ritual schaffen.
Wie erkennst du, ob deine Fellnase zu wenig trinkt?
Hier hilft der Hautfaltentest: Schnapp dir eine Hautfalte zwischen Nacken und Schulter und schau, wie schnell sie sich wieder glättet. Je schneller, desto besser.
Weitere Anzeichen für eine Dehydration sind trockene Nase und Schleimhäute sowie Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit.
Wenn keine der Maßnahmen mehr hilft, kannst du schluckweise Wasser über eine Spritze ins Maul verabreichen. Zeigt deine Fellnase Anzeichen von Dehydration, kontaktiere umgehend einen Tierarzt.
Zusammengefasst
- Deine Fellnase sollte zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben.
- Der Behälter sollte lebensmittelecht sein und regelmäßig gereinigt werden.
- Für besseres Trinkverhalten kannst du das Wasser variieren, filtern, erwärmen, verfeinern, aus anderen Behältern anbieten – oder das Futter wässern.
- Mit dem Hautfaltentest prüfst du, ob genug Wasser im Organismus ist: je träger die Hautfalte, desto mehr Wasser wird benötigt.
- Bei Futter, das selbst kaum Wasser enthält (Trockenfutter oder Heu), ist eine ausreichende Wasseraufnahme besonders wichtig.
Wie ist das Trinkverhalten deiner Fellnase? Und hast du noch mehr Tipps, die anderen helfen können? Dann schreib es gerne in die Kommentare!
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