Für welche Szenarien benötigen wir das Gewicht unseres Tieres?
- Dosierung von Medikamenten
- Dosierung von Wurmkuren oder Floh- und Zeckenmitteln
- Bestimmen der Futtermenge
- Überprüfung des Entwicklungsstandes von Jungtieren
Genau wie wir Menschen unterliegen auch Tiere regulären leichten Gewichtsschwankungen – und diese lohnt es sich zu kennen. Um sie herauszufinden, sollte man sein Tier in regelmäßigen Abständen wiegen und das Gewicht auch dokumentieren.
Zeitlich empfehle ich bei erwachsenen Tieren einen Abstand von 6 bis 8 Wochen und bei jungen oder kranken Tieren durchaus einen kürzeren Abstand von 2 bis 4 Wochen. Auch bei Futterumstellungen empfiehlt sich ein kürzerer Abstand. Denn dann hat man die Chance, Veränderungen frühzeitig festzustellen und unerwünschten Entwicklungen zeitnah entgegenzuwirken.
Zum Beispiel: Wenn ein Hund mit langem Fell nach einer Futterumstellung abnimmt und man es optisch aufgrund des Fells zunächst gar nicht richtig erkennt, kann die Ration so schon nach kurzer Zeit wieder aufgestockt werden.
Mit einer Dokumentation kann man die normale Gewichtsschwankung des Tieres herausfinden und bei Änderungen schnell reagieren.
Bei jungen Tieren gibt es Wachstumskurven, mit denen man das Gewicht der eigenen Fellnase abgleichen kann, um festzustellen, ob die Entwicklung normal, zu schnell oder zu langsam verläuft. Junge Tiere werden selten zu dick – sie wachsen meistens zu schnell, was spätere Probleme mit dem Knochenapparat zur Folge haben kann.
Auch für übergewichtige Tiere, die abnehmen sollen, ist das Wiegen sinnvoll – hier kann man über die regelmäßige Gewichtskontrolle den Erfolg der Maßnahmen überprüfen und diese gegebenenfalls anpassen.
Schauen wir uns nun an, welche Möglichkeiten zum Wiegen es gibt:
Kleiner Hund / Katze:
Bei kleinen Hunden oder Katzen, die man auf den Arm nehmen kann, lässt sich das Gewicht bequem zu Hause mit einer herkömmlichen Personenwaage ermitteln. Einfach einmal mit und einmal ohne Tier wiegen und die Differenz bestimmen – schon hat man das Tiergewicht.
Mittelgroße und große Hunde:
Für größere Hunde, die man nicht mehr so einfach auf den Arm nehmen kann, gibt es spezielle Tierwaagen. Diese findest du beim Tierarzt oder auch bei Fressnapf und in anderen Tierfachgeschäften – in der Regel kostenlos nutzbar. Alternativ kannst du eine solche Waage auch für zu Hause anschaffen (Kostenpunkt ca. 100–120 €).
Pferde und Ponys:
Für Pferde und Ponys gibt es spezielle Pferdewaagen. Wenn du nicht das Glück hast, am Stall eine solche zu haben, kannst du auch mobile Pferdewaagen zum Stall bestellen. Das ist jedoch meist mit Kosten verbunden und lohnt sich oft erst, wenn sich genügend Personen zusammentun und mehrere Pferde gewogen werden.
Alternativ kannst du mit dem Pferd auch zu einer LKW-Waage fahren. Wiegst du das Pferd mit dem gesamten Gespann, musst du dieses natürlich einmal ohne Pferd wiegen, um wieder die Differenz zu erhalten. Auch hier können Kosten fürs Wiegen entstehen.
Sowohl das Bestellen der Pferdewaage als auch die Fahrt zur LKW-Waage sind recht aufwändig. Eine einfachere – wenn auch nicht ganz so genaue – Alternative ist das Ermitteln des Gewichts mithilfe eines Maßbandes. Über bestimmte Messwerte und eine Formel lässt sich ein annäherndes Gewicht bestimmen. Das kann zwar bis zu +/- 20–30 kg vom tatsächlichen Gewicht abweichen, lässt aber bei regelmäßigem Messen trotzdem Änderungen schnell erkennen. Für die Szenarien, in denen wir das Gewicht brauchen – etwa die Dosierung von Medikamenten oder die Futtermenge – ist dieser annähernde Wert völlig ausreichend.
Für die Dokumentation des Gewichts kannst du verschiedene Apps oder ein Gewichtstagebuch nutzen.
Ein kleiner Hinweis noch: Das Gewicht allein ist nicht ausschlaggebend für die Bestimmung der Futtermenge, sondern auch der Gewichtszustand – also ob das Tier zu dünn, normal oder zu dick ist. Dafür gibt es die Einteilung in den sogenannten Body-Condition-Score. Dazu erfährst du in der nächsten Folge mehr.
Shownotes
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