Ich möchte heute mit dir über ein Thema sprechen, das viele entweder komplett ignorieren
oder einmal anschauen und dann schnell wieder weglegen – und das ist die Deklaration auf Futtermitteln. Also das, was hinten auf der Verpackung steht.
Und vielleicht kennst du das: Du liest dir das durch…und hast danach eigentlich mehr Fragezeichen als vorher.
Und das liegt in den meisten Fällen nicht an dir, sondern daran, dass viele Deklarationen einfach nicht wirklich klar sind.
Und genau deshalb schauen wir uns das heute einmal in Ruhe an – so, dass du danach wirklich weißt, worauf du achten kannst.
Futtermittel unterliegen gesetzlichen Vorgaben. Das heißt, Hersteller müssen bestimmte Dinge angeben.
Zum Beispiel:
- die Zusammensetzung – also die Zutaten,
- die analytischen Bestandteile – also Werte
und - Zusatzstoffe.
Aber – und das ist ganz entscheidend – sie müssen nicht alles im Detail offenlegen. Das heißt: Sie dürfen ungenau bleiben.
Eine Frage, die ich ganz oft bekomme, ist: „Warum steht da nicht einfach genau drauf, wie viel von was drin ist?“
Und die Antwort ist: Weil es nur in bestimmten Fällen verpflichtend ist.
Eine Prozentangabe brauchst du vor allem dann, wenn ein Inhaltsstoff besonders hervorgehoben wird. Also zum Beispiel „mit Huhn“. Dann muss angegeben werden, wie viel enthalten ist. Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt: Schon ab 4 % darf damit geworben werden.
Das heißt: Du hast ein Futter, da steht groß „mit Rind“ drauf – und am Ende sind da vielleicht nur 4 % drin. Der Rest kann komplett aus anderen Zutaten bestehen. Und genau deshalb ist die Vorderseite oft irreführend.
Zusätzlich dürfen Zutaten in Gruppen zusammengefasst werden. Also statt konkret zu schreiben, was enthalten ist, steht dann da zum Beispiel „tierische Nebenerzeugnisse“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Und das kann alles sein. Und genau das ist das Problem: Du kannst es nicht nachvollziehen. Und genau hier kommt ein ganz wichtiger Unterschied ins Spiel.
Bei einer offenen Deklaration werden die Zutaten wirklich konkret benannt. Also nicht einfach „Fleisch“, sondern zum Beispiel „Hühnerfleisch“, „Rinderherz“, „Leber“. Oft sogar mit Prozentangaben. Und das ist das, womit du wirklich arbeiten kannst. Du kannst nachvollziehen: Wo kommt das Protein her? Wie setzt sich das Futter zusammen?
Bei einer geschlossenen Deklaration hingegen ist das anders. Da werden Zutaten in Gruppen zusammengefasst. Also zum Beispiel: „tierische Nebenerzeugnisse“ „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ „Öle und Fette“ Und das Problem ist: Das kann alles sein. Das kann hochwertig sein – muss es aber nicht. Und du kannst es nicht beurteilen. Und genau deshalb ist das für mich einer der wichtigsten Punkte überhaupt:
Je offener die Deklaration, desto besser kannst du die Qualität einschätzen. Und je ungenauer sie ist, desto mehr musst du hinterfragen.
Jetzt schauen wir uns an, wie man die Zusammensetzung richtig lesen kann:
Die Zutaten sind immer nach Menge sortiert. Das heißt: Das, was vorne steht, ist am meisten enthalten. Aber auch hier gibt es Feinheiten. Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Das heißt, es wirkt vom Anteil her größer, als es nach der Verarbeitung tatsächlich ist.
Und ein weiterer Punkt ist das Aufsplitten von Zutaten. Also zum Beispiel: Mais, Maismehl, Maiskleber. Einzeln wirkt das wenig – aber zusammen macht es einen großen Anteil aus.
Und genau das sieht man oft nicht auf den ersten Blick.
Dann kommen wir zu den analytischen Bestandteilen.
Also zu diesen Werten wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.
Und das wirkt oft erstmal sehr fachlich – und viele orientieren sich genau daran.
Aber ganz wichtig: Diese Werte sagen dir erstmal nur, wie viel von etwas enthalten ist – nicht, wie hochwertig das Ganze ist. Schauen wir uns das einmal kurz im Detail an:
Rohprotein gibt dir an, wie viel Eiweiß insgesamt enthalten ist. Aber: Das sagt dir nicht, woher dieses Protein kommt.
Also ob es aus hochwertigem Muskelfleisch stammt oder aus eher minderwertigen Bestandteilen. Und genau deshalb ist dieser Wert alleine nicht aussagekräftig
Rohfett ist erstmal ein Energielieferant. Das kann sinnvoll sein – aber auch hier kommt es darauf an,woher das Fett stammt. Also ob es sich um hochwertige Fettquellen handelt oder eher um minderwertige.
Rohfaser beschreibt den Anteil an unverdaulichen Bestandteilen. Das ist vor allem für die Verdauung wichtig. Beim Pferd zum Beispiel spielt das eine große Rolle – bei Hund und Katze eher weniger in hohen Mengen.
Rohasche sorgt oft für Verwirrung. Das ist nämlich kein Zusatzstoff –
sondern beschreibt den Mineralstoffgehalt im Futter. Also das, was übrig bleibt, wenn man das Futter vollständig verbrennt. Und ein sehr hoher Wert kann ein Hinweis darauf sein, dass viele mineralische Bestandteile enthalten sind – oder auch minderwertige Bestandteile wie z. B. Knochenanteile.
Manchmal findest du auch noch den Feuchtigkeitsgehalt. Das ist vor allem bei Nassfutter wichtig, weil es stark beeinflusst, wie konzentriert die Nährstoffe tatsächlich sind.
Und der wichtigste Punkt bei all diesen Werten ist: Sie geben dir eine Orientierung –
aber sie sagen dir nicht die Qualität. Und genau deshalb solltest du sie immer zusammen mit der Zusammensetzung betrachten. Also: Wo kommt das her, was ich hier sehe?
Ein Thema, das oft für Verunsicherung sorgt, sind Zusatzstoffe – und vor allem diese E-Nummern. Viele sehen das und denken sofort: „Das ist alles künstlich und schlecht.“ Und so pauschal stimmt das einfach nicht. Deshalb schauen wir uns das jetzt einmal etwas genauer an.
Es gibt verschiedene Arten von Zusatzstoffen
Grundsätzlich unterscheidet man vier Gruppen von Zusatzstoffen:
- technologische
- ernährungsphysiologische
- sensorische
- und zootechnische Zusatzstoffe
Technologische Zusatzstoffe werden eingesetzt, um das Futter haltbarer zu machen oder die Verarbeitung zu verbessern.
Also zum Beispiel:
- Konservierungsstoffe
- Antioxidantien
- Emulgatoren
- Verdickungsmittel
Die haben also keinen direkten Einfluss auf die Ernährung des Tieres – sondern eher auf das Produkt selbst.
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe sind Zusatzstoffe, die die Nährstoffversorgung sicherstellen.
Also zum Beispiel:
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Spurenelemente
- Aminosäuren
Und die sind oft notwendig – weil ein Futter nicht automatisch bedarfsdeckend ist.
Sensorische Zusatzstoffe beeinflussen, wie das Futter aussieht, riecht oder schmeckt.
Also zum Beispiel:
- Farbstoffe
- Aromastoffe
- Geschmacksstoffe
Und hier darf man sich auch ehrlich fragen: Braucht es das wirklich –oder soll das Futter einfach attraktiver gemacht werden?
Und dann gibt es noch zootechnische Zusatzstoffe. Das sind Stoffe, die direkt im Körper des Tieres wirken sollen.
Zum Beispiel:
- Enzyme
- Probiotika
- Stoffe zur Verbesserung der Futterverwertung
Das kann sinnvoll sein – zum Beispiel bei bestimmten Bedürfnissen oder Problemen. Aber es sollte immer einen klaren Grund dafür geben.
Aber wann müssen Zusatzstoffe eigentlich angegeben werden? Zusatzstoffe müssen immer dann angegeben werden, wenn sie gezielt zugesetzt werden und eine bestimmte Funktion erfüllen. Also genau in den Bereichen, die wir gerade durchgegangen sind. Wenn Nährstoffe aber ganz natürlich über die Zutaten ins Futter kommen – zum Beispiel über Fleisch oder Innereien –dann müssen sie nicht extra als Zusatzstoff aufgeführt werden. Das heißt: „Ohne Zusatzstoffe“ bedeutet nicht automatisch, dass nichts enthalten ist –sondern oft nur, dass nichts extra zugesetzt wurde.
Und dann kommen wir zu den E-Nummern. Das ist im Grunde einfach ein System, um Zusatzstoffe einheitlich zu kennzeichnen. Das heißt: Ein Zusatzstoff kann entweder mit seiner Bezeichnung dastehen oder eben als E-Nummer. Und ganz wichtig:
Nicht jeder Zusatzstoff hat automatisch eine E-Nummer– und nicht jede Deklaration nutzt E-Nummern. Zusatzstoffe können auf unterschiedliche Weise auf der Verpackung stehen.
Zum Beispiel:
- als E-Nummer
- als ausgeschriebener Name
- oder als Funktionsgruppe mit genauer Bezeichnung
Also statt E300 steht da zum Beispiel einfach Vitamin C. Oder statt einer Nummer steht da: Konservierungsstoff – mit genauer Angabe.
Auch wenn keine E-Nummern auf der Verpackung stehen, können trotzdem Zusatzstoffe enthalten sein. „Ohne E-Nummern“ bedeutet also nicht automatisch,dass keine Zusatzstoffe drin sind. Ein gutes Beispiel dafür sind Stoffe wie BHA oder BHT. Das sind synthetische Antioxidantien, die zur Haltbarmachung eingesetzt werden. Die können ganz normal ausgeschrieben in der Deklaration stehen – ohne E-Nummer. Und genau deshalb reicht es nicht, nur nach E-Nummern zu schauen. Du solltest dir daher immer die gesamte Zusatzstoffliste anschauen.
Wenn E-Nummern verwendet werden, kannst du sie grob einteilen:
- E100–E199 → Farbstoffe
- E200–E299 → Konservierungsstoffe
- E300–E399 → Antioxidantien (z. B. Vitamin C, Vitamin E)
- E400–E499 → Verdickungs- und Geliermittel
Das sind also ganz unterschiedliche Funktionen. Und genau deshalb kann man nicht sagen: E-Nummern sind grundsätzlich schlecht. Es kommt immer darauf an, welche Zusatzstoffe verwendet werden und warum. Einige sind sinnvoll und notwendig – andere sollte man eher kritisch hinterfragen.
Wenn du dir ein Futter anschaust, kannst du dich an ein paar einfachen Dingen orientieren:
- Sind die Zusatzstoffe klar benannt?
- Kannst du nachvollziehen, was es ist?
- Sind es eher wenige, gezielte Zusätze –
oder eine lange Liste?
Und ganz wichtig:Je mehr Zusatzstoffe enthalten sind,desto genauer solltest du hinschauen. Zusatzstoffe sind also nicht per se schlecht. Aber sie haben immer eine Funktion. Und genau die solltest du verstehen. Denn ein gutes Futter braucht nicht möglichst viele Zusatzstoffe –
sondern die richtigen,in der richtigen Menge.
Jetzt schauen wir uns das Ganze je Tierart an
Fangen wir mal mit der Katze an: Die Katze ist ein reiner Fleischfresser. Das heißt: Ihr Stoffwechsel ist darauf ausgelegt, tierisches Protein zu verwerten. Und genau deshalb sollte der Fleischanteil hoch sein – und vor allem klar deklariert. Also nicht einfach „tierische Nebenerzeugnisse“, sondern wirklich konkret benannt. Ein ganz wichtiger Punkt ist Taurin. Das ist eine Aminosäure,die für Katzen lebensnotwendig ist. Sie können Taurin nicht ausreichend selbst bilden. Das heißt, sie müssen es über die Nahrung aufnehmen. Wenn das fehlt, kann das langfristig ernsthafte Folgen haben – zum Beispiel für Herz und Augen. Was bei Katzenfutter auch häufig vorkommt, sind zu viele pflanzliche Bestandteile. Also Getreide oder Füllstoffe. Und das passt einfach nicht zur natürlichen Ernährung der Katze. Und dann noch ein ganz klarer Punkt: Zucker hat im Katzenfutter nichts verloren.
Beim Hund ist es etwas flexibler. Aber auch hier sind tierische Bestandteile wichtig. Und vor allem: dass sie klar deklariert sind. Achte darauf: Was ist die Hauptzutat? Und wie genau ist sie benannt?
Was ich beim Hund oft sehe:
- hohe Getreideanteile
- unklare Nebenerzeugnisse
- Füllstoffe
Und auch bei Ölen gilt: Je klarer benannt, desto besser Also z. B. Lachsöl oder Leinöl anstatt einfach nur „pflanzliche Öle“.
Beim Pferd geht es vor allem um Struktur. Also Heu, Fasern, Raufutter. Das ist die Basis. Ein Pferd ist darauf ausgelegt, kontinuierlich rohfaserreich zu fressen. Problematisch sind oft:
- Zucker
- Melasse
- hohe Stärke
- stark verarbeitete Mischfutter
Ein guter Richtwert ist: Wenn du die Zutatenliste liest und sie nicht verstehst, ist das kein gutes Zeichen.
Schauen wir uns mal ein paar Praxisbeispiele an:
Beispiel 1:
„Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4 % Rind)…“
→ wenig Transparenz
Beispiel 2:
„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Zucker…“
→ für Katzen ungeeignet
Beispiel 3:
„Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Melasse…“
→ viel Zucker und Stärke
Aber es gibt auch sehr positive Beispiele – eins davon ist eine wirklich tolle 100 % Deklaration
40 % Hühnerfleisch
20 % Rinderherz
15 % Karotten
10 % Zucchini
5 % Reis
5 % Leinöl
5 % Mineralstoffe einzeln genannt
→ vollständig nachvollziehbar
oder ein Positivbeispiel aus dem Bereich Pferd
30 % Luzerne
25 % Heucobs
20 % Timotheegras
10 % Leinsamen
10 % Karotten
5 % werden noch einzelnen Mineralstoffe und Kräuter genannt.
→ strukturiert und passend
Woran erkennst du also ein gutes Futter?
Du verstehst die Deklaration. Die Hauptzutat passt zur Tierart. Es sind keine unnötigen Zusätze enthalten
Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt zum Schluss: Ein gutes Futter ist die Basis –
aber es bedeutet noch nicht automatisch, dass es auch wirklich zu deinem Tier passt.
Denn jedes Tier hat einen individuellen Bedarf. Und um wirklich beurteilen zu können,
ob ein Futter passt, müsstest du diesen Bedarf mit dem Futter abgleichen.
Also schauen: Was braucht dein Tier – und was liefert das Futter tatsächlich?
Und genau dabei liegt oft die größte Unsicherheit.
Und wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, dann begleite ich dich sehr gerne dabei.
Das waren jetzt ganz schön viele Infos. Wenn du dir von den wichtigsten Punkten eine Zusammenfassung wünschst, dann kann ich dir meine kostenlose 5-teilige E-Mailserie Achtsam Füttern ans Herz legen, denn dort bekommst du an Tag 2 ein PDFGuide mit dem Titel Gutes Futter erkennen in dem die wichtigsten Sachen nochmal zusammengefasst drin stehen. Den Link zur Anmeldung für die E-Mailserie findest du natürlich in den Shownotes.
Und vielleicht noch ein Gedanke, der mir wichtig ist: Eine gute und transparente Deklaration
ist die Grundlage dafür, dass du überhaupt bewerten kannst, was im Futter steckt.
Und genau deshalb lohnt es sich auch, Futtermittelhersteller zu unterstützen, die offen und transparent deklarieren.
Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich, wenn du sie teilst oder eine Bewertung dalässt – so hilfst du, dass noch mehr Tierhalter ein besseres Verständnis für Fütterung bekommen.
Und vielleicht noch ein letzter Gedanke zum Thema Deklaration:
Die Vorderseite verkauft dir etwas. Die Deklaration zeigt dir, was wirklich drin ist.
Wenn du dir unsicher bist, was konkret zu deinem Tier passt, dann begleite ich dich gerne dabei. In den Shownotes findest du natürlich auch den Link zu meinem kostenlosen Kennenlerngespräch – ich nehme mir 45 -60 Minuten Zeit, damit wir uns einmal kennenlernen und gemeinsam entscheiden können, ob eine Futterberatung für dich und deine Fellnase hilfreich sein könnte oder nicht. Und jetzt sage ich tschüss bis zur nächsten Folge – bleib achtsam
und denk immer daran: Gesundheit beginnt beim passenden Futter für deine Fellnase.
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