Folge #16 – Mythos Abwechsel: Wie viele Proteinquellen braucht dein Tier wirklich?

🐕🐈 Hinweis: Diese Folge bezieht sich nur auf Hunde und Katzen. Für reine Pferdebesitzer ist sie vermutlich weniger spannend.

Wie viele und welche Proteinquellen sind sinnvoll für Hund und Katze? Diese Frage erreicht mich häufig im Rahmen der Futterberatungen. Bei diesem Thema scheiden sich nämlich die Geister:

  • Das eine Lager sagt: Möglichst viele Proteinquellen sind sinnvoll – für Abwechslung, gute Nährstoffversorgung, bessere Darmgesundheit und ein geringeres Allergierisiko.
  • Das andere Lager sagt: Mehr als eine Proteinquelle braucht das Tier nicht – das sorgt für bessere Verdaulichkeit und ist deutlich einfacher.

Welches Lager hat recht?

Wenn ich dir jetzt sage „beide“ oder „keins“, hilft dir das vermutlich wenig weiter. Aber so ist es nun mal: Es stimmt, dass mehrere Proteinquellen zu einer besseren Versorgung beitragen können. Und es stimmt auch, dass die Verdaulichkeit bei nur einer Proteinquelle besser sein kann.

Das Argument der „Abwechslung“ möchte ich direkt entkräften – das ist mir persönlich etwas zu menschlich gedacht. Ein Hund oder eine Katze kommt geschmacklich auch mit einer Proteinquelle sehr gut aus.

Und bedarfsgerecht geht es auch mit nur einer Proteinquelle – man muss dann nur alle anderen Komponenten entsprechend darauf abstimmen.

Wann eine Proteinquelle sinnvoll ist

Wenn dein Hund oder deine Katze unter Unverträglichkeiten leidet, solltest du auf jeden Fall bei einer Proteinquelle bleiben.

Es ist nämlich nicht ungewöhnlich, dass ein Tier im Laufe seines Lebens eine Unverträglichkeit gegen einen Futterbestandteil entwickelt – oft gegen die Proteinquelle. Diese sollte dann nicht mehr Bestandteil der Fütterung sein.

Bei einer Unverträglichkeit sollte eine sogenannte Ausschlussdiät gemacht werden. Und die sollte immer nur eine Proteinquelle enthalten, die der Hund oder die Katze bisher noch nie gefressen hat.

Und hier kommt der entscheidende Punkt: Je mehr Proteinquellen dein Tier in der Fütterung bereits hatte, desto mehr fallen als potenzielle Kandidaten für eine Ausschlussdiät weg.

Wie viele Proteinquellen empfehle ich?

Wenn deine Fellnase keinen empfindlichen Magen hat und nicht an einer Unverträglichkeit leidet, spricht nichts gegen mehrere Proteinquellen. Ich empfehle dann meist 2 bis 3 verschiedene – darunter, wenn verträglich und möglich, auch gerne eine Sorte Fisch.

Wichtig ist dabei, die Auswahl mit Bedacht zu treffen.

Der wichtigste Tipp: Spar dir die Exoten auf!

Verwende in der normalen Fütterung keine Proteinquellen, die üblicherweise bei Unverträglichkeiten eingesetzt werden – also Pferd, Känguru, Elch, Kamel, Wild oder andere exotische Fleischsorten.

Denn wenn du diese bereits im Alltag fütterst, stehen sie nicht mehr zur Verfügung, falls deine Fellnase mal eine Unverträglichkeit entwickelt.

Diese Fleischsorten sind grundsätzlich sehr bekömmlich – aber auch oft schnell ausverkauft. Für Hunde- und Katzenbesitzer, deren Tier tatsächlich unter Unverträglichkeiten leidet, kann das zu einem echten Problem werden. Denn die können nicht einfach auf eine andere Proteinquelle ausweichen.

Setz also zunächst auf die gängigen Proteinquellen – zum Beispiel Rind und Huhn, kombiniert mit einer Sorte Fisch. Die liefern verschiedene Aminosäuren und sind am Markt gut zu bekommen. Vorausgesetzt natürlich, deine Fellnase verträgt sie gut.

Und wenn mein Hund von klein auf eine besondere Proteinquelle bekommt?

Das solltest du auf jeden Fall hinterfragen. Denn wenn schon das Muttertier dieses Futter aufgrund einer Unverträglichkeit bekommen hat, könnte auch der Welpe zu Unverträglichkeiten neigen.

In so einem Fall sollte abgewogen werden, ob es sinnvoll ist, diese Proteinquelle beizubehalten – und dafür eine andere als potenzielle Reserve zurückzuhalten. Das hängt von der jeweiligen Situation sowie von Dauer und Art der bisherigen Fütterung ab.

Zusammengefasst

  • Es gibt Hunde, für die es besser ist, nur eine Proteinquelle einzusetzen – vor allem bei Unverträglichkeiten oder empfindlichem Magen.
  • Bei einem gesunden Tier ohne Unverträglichkeiten ist der Einsatz mehrerer Proteinquellen durchaus legitim und kann für eine gute Versorgung mit Aminosäuren sorgen.
  • Übertreib es aber nicht – 2 bis 3 Proteinquellen reichen. Denn es kommt nicht selten vor, dass ein Tier im Laufe seines Lebens eine Unverträglichkeit entwickelt.
  • Besonders verträgliche Proteinquellen (Pferd, Känguru, Elch, Kamel, Wild) solltest du nur dann füttern, wenn wirklich eine Unverträglichkeit vorliegt – sie sollten den Tieren vorbehalten bleiben, die sie aus gesundheitlichen Gründen brauchen.

Übrigens: Neben Protein gehören auch andere Nährstoffquellen in eine ausgewogene Ration. Zu viel Protein kann deiner Fellnase sogar schaden – aber dazu erzähle ich dir ein anderes Mal mehr.

Shownotes

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1 Kommentar zu „Folge #16 – Mythos Abwechsel: Wie viele Proteinquellen braucht dein Tier wirklich?“

  1. Pingback: Folge #15 – Winterfütterung im August? Warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, mit der Umstellung zu starten – futterplanschmiede

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