Winterfütterung – im August? Ja, tatsächlich. Denn während draußen noch die Sonne knallt, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um an die Fütterung deines Pferdes im Winter zu denken. Warum, das erkläre ich dir in dieser Folge.
Warum jetzt schon Defizite entstehen können
Die Weiden sind zu dieser Jahreszeit meist schon größtenteils abgefressen, und viele Pferde werden bereits mit dem restlichen Heu aus dem Vorjahr zugefüttert.
Auch das Gras selbst hat sich seit dem Frühjahr deutlich verändert: Nach der Blüte ist es nicht mehr so reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. Während die Pferde im Frühjahr und Frühsommer meist genügend Mineralstoffe und Vitamine aufnehmen, ändert sich das im Laufe der Zeit. Im Spätsommer, wenn die Wiesen abgefressen sind, reicht das nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken.
Gepaart mit altem Heu aus dem Vorjahr, das über die Lagerzeit ebenfalls Mineralstoffe und Vitamine verliert, bedeutet das: Es können bereits jetzt Defizite entstehen.
Als Faustregel gilt: Im Frühjahr braucht man ab ca. 6 Stunden Weidezeit mit frischem Gras keine Ergänzungen mehr. Im Spätsommer und Herbst dagegen – wenn das Gras nicht mehr frisch ist – sollte man wieder langsam mit der Mineralisierung starten. Und spätestens wenn von Gras auf reine Heufütterung umgestellt wird, sollte eine auf das jeweilige Heu abgestimmte Mineralisierung erfolgen.
Warum die Fütterung aufs Heu abgestimmt sein sollte
Das Heu ist das Grundnahrungsmittel deines Pferdes. Je nachdem, welche Menge es davon frisst und welche Nährstoffe darin enthalten sind, wird der Bedarf an Mineralien, Proteinen und Vitaminen teilweise darüber gedeckt.
In der Regel reicht das aber nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken. Um dieses Defizit auszugleichen, macht es Sinn, ein zum Heu passendes Mineralfutter auszuwählen. Das gleicht im besten Fall aus, was im Heu fehlt – und enthält wenig oder nichts von dem, was ohnehin schon ausreichend vorhanden ist.
Eine gut abgestimmte Fütterung hilft dem Körper, optimal zu funktionieren und möglichst wenig Abfallstoffe durch Überschüsse produzieren zu müssen. Die Organe werden mit allem versorgt – aber eben auch nicht überversorgt. Das stärkt das Immunsystem und hält dein Pferd gesund und leistungsfähig.
„Viel hilft viel“ ist hier kein guter Ratschlag. Auch ein Zuviel kann im Körper Schäden anrichten oder das Immunsystem schwächen – aus dem einfachen Grund, dass der Körper alles, was zu viel ist und nicht gespeichert werden kann, auch irgendwie wieder loswerden muss.
Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt
Um herauszufinden, welches Mineralfutter das passende für dein Pferd ist, musst du zunächst den individuellen Bedarf kennen – und dann schauen, wie viel davon über das Heu gedeckt wird.
Und genau deshalb solltest du jetzt schon an die Winterfütterung denken: Das neue Heu hat inzwischen die Lagerzeit von 6 bis 8 Wochen überstanden. Du kannst also jetzt damit beginnen, es analysieren zu lassen, um herauszufinden, welche Nährstoffe darin enthalten sind.
Was du bis dahin tun kannst
Untätig solltest du bis zur Analyse trotzdem nicht sein. Wenn die Weiden abgefressen sind und dein Pferd bereits mit altem Heu zugefüttert wird, dann denk auch hier über eine zusätzliche Mineralisierung nach. Denn die Vitamine und Mineralstoffe im Heu vom Vorjahr sind durch die lange Lagerzeit nicht mehr so ausgeprägt wie noch im Winter.
Je nach täglicher Weidedauer und Graszustand macht es Sinn, bereits jetzt langsam wieder mit einer Mineralisierung zu starten. Solltest du bereits ein auf das alte Heu abgestimmtes Mineralfutter haben und noch altes Heu füttern, empfehle ich dir, auch damit wieder zu starten.
Die Menge hängt vom Zustand der Weide und der täglichen Weidezeit ab – hier lässt sich leider keine pauschale Empfehlung geben.
Sobald dann auf das neue Heu umgestellt wird, bietet es sich an, das alte Mineralfutter für die Übergangszeit aufzubrauchen – und zu prüfen, inwiefern es auch zum neuen Heu passt.
Heuanalyse zu teuer? Tut euch zusammen!
Mein Tipp: Für alle, denen es zu teuer ist, jedes Jahr eine Heuanalyse zu bezahlen – tut euch doch als Stallgemeinschaft zusammen! Teilt euch die Kosten, wenn ihr dasselbe Heu nutzt. Natürlich hat jedes Pferd einen individuellen Bedarf, aber die Abstimmung auf das Heu ist ja für alle erforderlich. Wenn ihr euch zu mehreren zusammentut, kostet so eine Analyse am Ende gar nicht viel.
Qualität und Nährstoffe im Heu schwanken von Jahr zu Jahr. Bei der Analyse geht es in erster Linie darum zu schauen, wie man die fehlenden Nährstoffe ergänzen kann – und nicht darum, irgendwem die Schuld zu geben, wenn etwas fehlt.
Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf die Qualität hinsichtlich Schimmelpilzen und Sporen, die durch falsche Lagerung oder zu hohen Feuchtigkeitsgehalt entstehen können – vor allem, wenn viele Pferde im Stall entsprechende Symptome zeigen.
Zusammengefasst
- Wenn eure Weiden abgefressen sind und dein Pferd bereits mit Heu aus dem Vorjahr zugefüttert wird, solltest du über die Zufütterung eines Mineralfutters nachdenken.
- Wenn das neue Heu 6 bis 8 Wochen gelagert ist, kann es für die Verfütterung genutzt werden.
- Eine Heuanalyse des neuen Heus hilft dir, das passende Mineralfutter für den Winter zu finden.
Hast du Themenwünsche für den Podcast? Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreib mir eine Nachricht über Instagram!
Shownotes
Mein kostenloses Angebot für dich:
- → Gratis: Futterguide fürs Turnier Leckerli-Rezept und praktische Tipps zur Turnierfütterung – damit dein Pferd leistungsbereit und stabil bleibt.
- → Der kostenlose Check Finde in wenigen Minuten heraus, wie gut du dich mit der Fütterung deines Tieres auskennst – für Hund, Katze und Pferd. Ohne Anmeldung.
- → Kostenloses Kennenlerngespräch Du wünschst dir individuelle Unterstützung? In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir gemeinsam, ob und wie ich dir helfen kann.
- → Kostenlose E-Mail-Serie Praktische Impulse rund ums achtsame Füttern – Schritt für Schritt direkt in dein Postfach.
- → Kostenlos für dich Alle meine kostenlosen Helfer auf einen Blick – Ratgeber, Checklisten und Tools für Hund, Katze und Pferd.
Folge mir:
- → Instagram Tipps, Einblicke und Impulse rund um die Fütterung – begleite mich und meine Tiere im Alltag.

Pingback: Folge #14 – Kundeninterview mit Nadja und warum sie sich immer wieder für eine Futterberatung entscheiden würde – futterplanschmiede